Hinkebein hatte sich als kleines Kind am Bein verletzt, was dazu führte, dass er beim Gehen hinken musste. Die anderen Kinder lachten ihn deswegen aus und riefen ihm nach „Hinkebein, dummes Schwein!“
Hinkebein war deswegen sehr traurig und er hatte auch keine Freunde. Seine Eltern mussten beide arbeiten, deswegen war er jeden Nachmittag alleine zu Hause.
Auf dem Dachboden stand noch das alte Klavier seiner Großmutter. Es waren sogar Bücher dort, mit denen man lernen konnte, wie man Klavier spielt. Das Klavier war leicht verstimmt, aber man konnte es spielen. Hinkebein verliebte sich in das Klavier, das sein bester Freund wurde und bald spielte er eigene Melodien.
Eines Nachmittags spielte Hinkebein alleine auf dem Dachboden Klavier und bemerkte nicht, dass seine Eltern zufällig mit einem Musikprofessoren als Gast nach Hause kamen. Der Musikprofessor hörte die wunderbaren Melodien und versprach Hinkebein zu fördern. Kurz darauf nahm Hinkebein eine CD auf, die sich verkaufte wie warme Semmel, denn die Melodien, die traurig, aber zugleich auch hoffnungsvoll waren sprachen alle Leute an.
Nun wollten die Leute ein Konzert hören. Hinkebein sagte zu, aber da er Angst hatte, wegen seines Beines wieder ausgelacht zu werden, spielte er hinter einem Vorhang.
Die Menschen applaudierten im Stehen und wollten den Komponisten und Pianisten sehen, der solch schöne Melodien erfinden konnte.
Hinkebein stimmte schüchtern zu, dass der Vorhang aufgezogen wurde. Die Menschen waren beschämt, als sie sahen, dass es Hinkebein war, der sie mit ihrer Musik erfreut hatte. Sie hatten stets nur sein kaputtes Bein gesehen, aber nie seine außergewöhnlichen Fähigkeiten.
So entschuldigten sie sich bei ihm, für den Schmerz, den sie ihm zugefügt hatten und gratulierten ihm zu seinem Erfolg.



