Moritz und der Schrebergarten

Moritz auf dem Bauernhof

Am nächsten Morgen nahm Opa Johann Moritz mit zum Bauernhof. Er wollte Käse kaufen und dabei die Gelegenheit nutzen, Moritz den Kindern vom Bauernhof vorzustellen.

Als sie ankamen, stand die Sonne schon hoch am Himmel. Man hörte das Muhen der Kühe und das Gackern der Hühner. Es liefen einige Kinder umher. Sie waren größer als Moritz und arbeiteten mit Schubkarren oder fuhren sogar mit dem Traktor.

Moritz wurde es ein wenig mulmig. Es gab so viele neue Geräusche und alles sah anders aus, als er es gewohnt war. Daran musste er sich erst noch gewöhnen.

Die Bäuerin Anna war sehr freundlich.
„Unsere Kinder sind schon größer als du“, sagte sie, „aber Mia ist in deinem Alter. Mit ihr kannst du spielen.“

Sie rief Mia herbei. Mia trug eine blaue Latzhose, und ihre blonden Haare waren zu zwei Zöpfen geflochten. Sie freute sich sehr, endlich ein Kind in ihrem Alter zu treffen und nicht nur mit ihren älteren Geschwistern zusammen zu sein.

Mia holte Straßenkreide und fragte Moritz:
„Hast du Lust, auf den Steinplatten unter dem Apfelbaum zu malen?“
„Ja, gerne“, sagte Moritz.

Gemeinsam gingen sie hinaus, während Opa sich mit der Bäuerin unterhielt und den Käse kaufte.

Beim Malen fragte Mia Moritz, woher er komme und wo seine Eltern seien. Bei dem Gedanken an Mama und Papa wurde Moritz einen Moment traurig. Mit der Kreide malte er ein Bild von seinen Eltern und fragte sich, wo sie wohl gerade waren.

„Sei nicht traurig“, sagte Mia leise. „Ich bin jetzt deine Freundin. Und wenn du Kummer hast, tröste ich dich.“

Das tat Moritz gut. Er fühlte sich gleich besser, denn nun hatte er nicht nur Oma und Opa, die ihn lieb hatten, sondern auch Mia, die seine Freundin sein wollte.

So fühlte sich Moritz nicht mehr allein. Auch wenn ihm Mama und Papa jeden Tag fehlten, gab es doch immer etwas Schönes, über das er sich freuen konnte.

Danach zeigte Mia ihm den ganzen Bauernhof. Sie führte ihn zu den Kühen und Kälbern, zu den Hühnern und zu Bello, dem Hund. Als Opa mit dem Käsekauf fertig war, machten sie sich auf den Weg nach Hause, wo Oma schon mit dem Mittagessen wartete.

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