Eine Mutter war sehr arm. Ihr Mann war schon verstorben, sie selber hatte keine Arbeit und die Kinder hungerten und hatten nur zerfetzte Bekleidung.
Eine liebe Frau schenkte ihr ein paar Ballen Stoff, und fragte, ob sie jemanden holen solle, der daraus den Kindern Kleider schneiderte.
Die Mutter sagte, dass das nicht viel nütze, denn die Kinder bräuchten ja immer wieder neue Kleider wenn sie wachsen und die alten Kleider aufgetragen waren.
„Aber ach“, seufzte die Mutter, „ich kann ja gar nicht schneidern. Ich weiß nicht, wie man Stoff zuschneidet und schon gar nicht, wie man eine Nähmaschine bedient.“
Die liebe Frau kannte eine ältere Dame, die früher ein Schneidergeschäft hatte und nun in Pension gegangen war. Sie kam jeden Tag, zeigte der Mutter, wie man Kinderkleider schneidert und passte nebenher auch auf die Kinder auf.
Schon bald konnte die Frau so gut schneidern, dass sie die Kleider der feinen Damen in der Stadt schneiderte.
So bekam die Mutter Hilfe und sie brauchten nie mehr zu hungern oder frieren.


