Eines Morgens ging Moritz alleine zum Schrebergarten. Oma und Opa mussten noch etwas in der Wohnung fertig machen.
Als er die Tür aufschloss, hörte er ein seltsames Geräusch.
„Oh nein! Die Ziege vom Bauernhof ist in unserem Garten!“, rief er entsetzt.
Und tatsächlich: Da stand die Ziege und fraß alles, was sie erreichen konnte – Blumen, Gemüsepflanzen und sogar die Blätter von den Bäumen.
Moritz versuchte, die Ziege mit ein paar Grasbüscheln anzulocken. Aber sie hatte schon etwas viel Besseres gefunden. Die Grasbüschel interessierten sie überhaupt nicht.
Also lief Moritz schnell zum Bauernhof.
„Mia, eure Ziege ist bei uns im Garten und frisst alles auf!“
„Ah“, sagte Mia, „ich habe mich heute Morgen schon gewundert, wo sie ist. Komm, wir laufen schnell und holen sie zurück.“
Mia nahm ein Seil mit, um die Ziege anzubinden. Aber je mehr sie versuchte, die Ziege mit dem Seil zu fangen, desto schneller lief diese weg – und fraß dabei immer weiter.
„Was machen wir jetzt?“, fragte Moritz.
Moritz und Mia setzten sich ratlos hin. Sie überlegten, ob sie Mias Papa mit dem Anhänger holen sollten. Das war eigentlich eine gute Idee. Aber wenn sie die Ziege nicht einmal mit dem Seil fangen konnten, würde sie bestimmt auch nicht in den Anhänger steigen.
Da sagte Mia: „Ich habe eine gute Idee! Wir holen Bello, unseren Hund. Die Ziege ist es gewohnt, dass Bello auf sie aufpasst. Sie wird auf ihn hören.“
Gesagt, getan. Sie holten Bello, und sobald die Ziege ihn sah, wurde sie ganz ruhig. Bello lief hinter ihr her und trieb sie zurück zum Bauernhof.
Die Bäuerin bedankte sich bei Moritz, dass er ihr Bescheid gesagt hatte, wo die Ziege war. Und um den Schaden wieder gutzumachen, den die Ziege angerichtet hatte, schenkte sie Moritz, Oma und Opa viel frische Milch und leckeren Käse.
