Auszug aus dem Kinderbuch „Goli auf Reisen“
In die norwegische Hauptstadt ging Goli lieber nicht hinein.
Sicher würde er dort viel Ärger bekommen, wenn er nachts die Menschen wach brüllte. So suchte er sich einen Wald zum Schlafen und lief am Oslofjord entlang weiter in Richtung Schweden.
Unterwegs kam er in eine sehr hübsche Stadt namens Fredrikstad.
Er ging spazieren, bewunderte die Altstadt und schaffte es sogar, mehrere Stunden nicht zu brüllen. Aber dann musste er wieder etwas zu essen bekommen. Er beschloss, sich in der Innenstadt für die anderen „zum Affen“ zu machen.
Er stand auf der Straße mit einem Hut, schnitt Grimassen, kratzte sich unter den Achseln – eben so, wie sich alle Leute einen Affen vorstellen.
Er war froh, etwas Geld bekommen zu haben, und machte sich auf die Suche nach einem Obstladen.
Dabei musste er an einem großen Verkehrskreisel vorbei, und weil ihn der Autolärm so nervös machte, musste er noch lauter brüllen als sonst.
Die Autofahrer wurden von dem Gebrüll so erschreckt, dass alle Autos kreuz und quer ineinander fuhren.
Ein Polizist kam vorbei und fragte mit strenger Stimme, was da los sei. Alle Leute redeten durcheinander, aber schließlich wurde Goli als Verursacher des Massenunfalls ausgemacht.
Der Polizist war nun sehr freundlich und nahm den Affen mit auf die Wache.
Als sich herausstellte, dass er immer brüllen musste, wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen und kam dort zunächst auf die Aufnahmestation.
Dort untersuchten die Ärzte ihn, um herauszufinden, welche Krankheit ihn zum Brüllen trieb.
Ein netter ausländischer Arzt kam bei ihm vorbei und half ihm in langen Gesprächen, sein Brüllen loszuwerden. Ja, er mochte Goli so gern, dass er ihm sogar Deutsch beibrachte, was er auf seiner Weiterreise sicher gebrauchen konnte.
Goli hatte dann ein paar Wochen lang nicht gebrüllt und wurde als gesund entlassen. Aber das Erste, was er tat, als er frische Luft roch und das Krankenhaus hinter sich ließ: LAUT BRÜLLEN!
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